Ausführliche Analyse
1. Deflationäre Tokenomics & System-Updates (Positiver Einfluss)
Überblick: WAX stellt sein bisher inflationäres Staking-Modell auf ein PowerUp-System um, bei dem Nutzer WAXP verbrennen, um Netzwerkressourcen zu erhalten. Das Team hat die Inflation auf 3,9 % gesenkt und plant, diese weiter zu reduzieren, um ein nutzungsabhängiges, deflationäres Modell zu etablieren. Diese strukturelle Änderung könnte den Verkaufsdruck durch neue Token-Ausgaben verringern, wenn die Netzwerkaktivität steigt.
Bedeutung: Das ist langfristig positiv für den Wert von WAXP, da die Nachfrage nach dem Token direkt an die Nutzung des Netzwerks gekoppelt wird. Ein erfolgreicher Übergang könnte zu einem dauerhaften Angebotsengpass führen. Die tatsächliche Auswirkung auf den Preis hängt jedoch davon ab, ob das Nutzerwachstum die Verbrennungsrate übertrifft. Ähnliche Mechanismen wie bei Ethereum (EIP-1559) haben gezeigt, dass Verbrennungen den Preis in Zeiten hoher Nutzung stützen können.
2. Rückgang im Web3-Gaming & Fokus auf reale Vermögenswerte (Gemischte Auswirkungen)
Überblick: Der Kernmarkt von WAX, das Web3-Gaming, schrumpft. Laut DappRadar sank die Zahl der täglich aktiven Wallets im zweiten Quartal 2025 um 17 %, während die Finanzierung im Jahresvergleich um 93 % zurückging. Gleichzeitig bewirbt das Team WAX verstärkt als Plattform zur Tokenisierung realer Vermögenswerte (RWAs) und verweist auf institutionelles Interesse, etwa von Larry Fink von BlackRock.
Bedeutung: Der Rückgang im Gaming-Bereich stellt ein kurzfristiges Risiko dar, da er die Nutzung und Nachfrage einschränkt. Der Fokus auf reale Vermögenswerte bietet jedoch eine mögliche positive Perspektive für die mittelfristige Akzeptanz. Insgesamt dürfte der Kurs volatil bleiben und stark auf Nachrichten zu Spieleveröffentlichungen oder RWA-Partnerschaften reagieren. Nachhaltige Kursgewinne setzen jedoch eine tatsächliche Nutzung in einem der beiden Bereiche voraus.
3. Volatile Anlegerstimmung & Zentralisierungsrisiko (Negativer Einfluss)
Überblick: WAXP reagiert stark auf die Stimmung der Anleger, besonders an der südkoreanischen Börse Upbit, wo kürzlich ein Wert von 90 („extreme greed“) gemessen wurde. Ein Bericht von Bybit weist zudem darauf hin, dass WAX über Funktionen verfügt, die eine konfigurationsbasierte Sperrung von Vermögenswerten ermöglichen – ein Hinweis auf Zentralisierungsrisiken. Kürzliche Kursbewegungen zeigten einen Anstieg von 2 % bei einem Volumenrückgang von 87 %, was auf eine schwache Marktbreite hindeutet.
Bedeutung: Die starke Abhängigkeit von der Anlegerstimmung macht WAXP anfällig für spekulative Kurssprünge und anschließende Korrekturen, was ein Risiko für hohe Volatilität darstellt. Die Möglichkeit, Vermögenswerte einzufrieren, könnte institutionelle Investoren abschrecken, die auf zensurresistente Plattformen setzen, und somit das langfristige Wertpotenzial begrenzen. Händler sollten insbesondere die Handelsströme an koreanischen Börsen und die Volumenentwicklung genau beobachten.
Fazit
Der Kursverlauf von WAXP wird von einem Spannungsfeld geprägt: Einerseits steht die Umstellung auf ein deflationäres Tokenomics-Modell, andererseits der schwierige Markt für das native Gaming-Ökosystem. Anleger sollten mit starken Schwankungen rechnen, die vor allem durch die Stimmung am Markt und die Entwicklung im Bereich realer Vermögenswerte beeinflusst werden, statt durch stetiges organisches Wachstum.
Kann die steigende Netzwerknutzung durch PowerUp den negativen Einfluss der Konsolidierung im Web3-Gaming übertreffen?