Ausführliche Analyse
1. Tokenomics-Änderung & Inflationsmodell (Gemischte Auswirkungen)
Überblick: Im Jahr 2025 führte MultiversX einen „wirtschaftlichen Reset“ durch, bei dem die feste Gesamtmenge von 31,4 Millionen EGLD auf ein Modell mit etwa 9,47 % jährlicher Nachinflation umgestellt wurde. Eine Gebühr-Verbrennungsmechanik von 10 % und eine Weiterleitung von 90 % der Gebühren an Entwickler sollen diese Inflation ausgleichen, sofern die Netzwerknutzung stark wächst (CoinMarketCap). Diese Änderung brach mit dem ursprünglichen Versprechen der Knappheit und ist umstritten.
Bedeutung: Die hohe Inflationsrate erzeugt einen dauerhaften Verkaufsdruck, da neue Token in Umlauf kommen, sofern sie nicht durch Gebühren verbrannt werden. Damit der EGLD-Preis steigt, muss das Transaktionsvolumen so stark wachsen, dass die Verbrennungsrate die Ausgabe übersteigt – ein deflationärer Wendepunkt, der für 2027 angestrebt wird. Bis dahin wirkt die Verwässerung als Belastung.
2. Technische Upgrades & Ökosystem-Adoption (Positive Auswirkungen)
Überblick: Das Ende 2025 eingeführte „Supernova“-Upgrade brachte eine finale Bestätigung von Transaktionen in unter einer Sekunde und verbesserte Sharding-Technologie. Die ausgereifte Sovereign Chain-Architektur ermöglicht es Unternehmen, eigene Blockchains zu starten, die EGLD als Sicherheit und Abwicklungsmittel nutzen (ByDFi). Aktive Anwendungsbereiche sind tokenisierte Immobilien, Kreditvergabe und Kohlenstoffmärkte.
Bedeutung: Diese Entwicklungen könnten die Nachfrage nach EGLD als Abwicklungs- und Staking-Asset direkt erhöhen. Der Erfolg hängt davon ab, ob Entwickler und Nutzer gewonnen werden, um das Transaktionsvolumen zu steigern. Dies würde auch die Gebührenverbrennung beschleunigen und einen positiven Kreislauf für den Preis schaffen, falls die Adoption tatsächlich eintritt.
3. Börsenunterstützung & Marktstimmung (Negative Auswirkungen)
Überblick: Große Börsen wie KuCoin und Bitfinex haben EGLD im Februar–März 2026 vom Margin-Handel ausgeschlossen, was die verfügbare Hebelwirkung und Liquidität reduziert (KuCoin). Gleichzeitig sind etwa 68 % aller EGLD-Token gestaked, was auf langfristige Halteabsicht hinweist, aber auch das verfügbare Handelsvolumen einschränkt.
Bedeutung: Weniger Unterstützung durch Börsen kann das Handelsvolumen dämpfen und die Volatilität erhöhen – ein kurzfristiger Nachteil. Die hohe Staking-Quote stabilisiert zwar den Preis, kann aber die Aufwärtsdynamik bei Markterholungen begrenzen, sofern die gestakten Token nicht freigegeben werden.
Fazit
Der Kurs von EGLD hängt davon ab, ob das Wachstum der Transaktionen durch Sovereign Chains und tokenisierte reale Vermögenswerte die hohe Inflationsrate übertrifft. Anleger müssen mittelfristig mit Verwässerung rechnen, könnten aber von einem deflationären Wendepunkt profitieren, falls die Adoption stark genug ist.
Wird die Gebührenverbrennung bis 2027 ausreichend steigen, um die jährliche Inflation von 9,47 % auszugleichen?